Minden und Espelkamp

Die vierte Kulturfahrt des Heimatvereins Dinklage führte am 07.10.2026 die Teilnehmer ins geschichtsträchtige Minden und anschließend ins Deutsche Automatenmuseum nach Espelkamp.

Minden liegt in der Nähe der Porta Westfalica und an einer Furt über die Weser. Daher dürfte die Gegend bereits seit Jahrtausenden besiedelt sein. Erstmals erwähnt wurde Minden im Jahr 798, als Karl der Große in Minda eine Reichsversammlung abhielt und dort einen Bischofssitz einrichtete. Minden erhielt das Recht, Zölle zu erheben, Münzen zu prägen, Märkte einzurichten und Gericht zu halten.

Im Dom und am Rathaus wurde den Besuchern anhand zahlreicher Details die wechselvolle Geschichte der Stadt nähergebracht. Im Jahr 1168 heirateten im Mindener Dom Mathilde von England und Heinrich der Löwe. Um 1230 gründeten wohlhabende Mindener Bürger einen Rat und rangen dem Bischof zahlreiche Rechte ab. Dadurch galt in der Stadt das Bürgerrecht, während im Stift das Kirchenrecht Anwendung fand.

Am Ende des Dreißigjährigen Krieges wurden Stadt und Stift Minden im Westfälischen Friedensvertrag dem Kurfürsten von Brandenburg zugesprochen. 1806 eroberte Napoleon Minden und gliederte die Stadt in das französische Herrschaftsgebiet ein. Nachdem die Preußen Minden 1813 zurückerobert hatten, bauten sie die Stadt zu einer Festung aus. Zahlreiche Bauwerke in Minden veranschaulichten diese Entwicklungen eindrucksvoll.

Am Nachmittag erwartete die Heimatfreunde im Deutschen Automatenmuseum in Espelkamp eine große Überraschung. Bereits seit rund 150 Jahren gibt es Münzautomaten. Mit großem Erfindungsreichtum, beeindruckender Optik und erstaunlichen Funktionsweisen wurden im Laufe der Zeit mechanische, elektrische, pneumatische und elektronische Automaten für den Verkauf, die Unterhaltung, die Musik, Geschicklichkeitsspiele und Glücksspiele entwickelt.

Die Besucher waren begeistert von der Vielfalt und der Klangfülle der ausgestellten Geräte. Viele Automaten konnten sogar in Aktion erlebt werden und vermittelten einen faszinierenden Einblick in die technische Entwicklung vergangener Zeiten.

Gestärkt mit Kaffee und Kuchen machten sich die Heimatfreunde anschließend wieder auf den Weg nach Dinklage. Ein erlebnisreicher und abwechslungsreicher Kulturtag ging damit zu Ende.

Foto und Text: Hans Hoymann - Heimatverein Dinklage