Zeche Zollverein und Villa Hügel – UNESCO-Welterbe - 2026
Die dritte Kulturfahrt des Heimatvereins Dinklage führte am 19. August 2026 ins Ruhrgebiet zum UNESCO-Weltkulturerbe Zeche Zollverein und zur Villa Hügel in Essen.
Die Zeche Zollverein wurde von Franz Haniel gegründet. Für den Betrieb seiner Hochöfen benötigte er kokskohlefähige Steinkohle, die er im Essener Norden fand. Von 1851 bis 1986 wurde hier Steinkohle gefördert und größtenteils in der angeschlossenen Kokerei zu Koks für die Stahlerzeugung aufbereitet. Den Transport zu den Hochöfen sicherte die 1847 eröffnete Köln-Mindener-Eisenbahn. Mit zahlreichen bergbautechnischen Innovationen war Zollverein über mehr als ein Jahrhundert technologisch führend und zeitweise mit 3,6 Mio. Tonnen Förderleistung pro Jahr die größte Steinkohlenzeche der Welt. Heute versucht man, die Erinnerung zu bewahren, indem man die ehemaligen Gebäudekomplexe kulturell umnutzt.
Nach dem Mittagessen fuhren wir zur Villa Hügel. Alfred Krupp ließ dieses Gebäude von 1869 bis 1873 in einem 41 Hektar großen Park errichten. Es bietet 11.000 m² Wohn- und Nutzfläche, mehr als 300 Räume und diente der Familie als Wohnsitz sowie als Repräsentationsbau für Empfänge. Wie in seinen Fabriken sollte alles funktional sein, doch seinen Sohn Friedrich Alfred Krupp störte der puristische Stil, und er wünschte mehr Komfort und adelige Pracht. Die nächsten Erben, Bertha und Gustav Krupp von Bohlen und Halbach, beschäftigten nur noch die besten Architekten und Handwerker und präsentierten in der Villa Hügel den gehobenen Wohnstil der damaligen Zeit. Letzter Bewohner der Villa Hügel war Alfried Krupp von Bohlen und Halbach bis 1945; 1953 stellte er das Haus der Allgemeinheit zur Verfügung.
Beeindruckt vom Streben der Unternehmer nach industrieller Perfektion und bürgerlicher Anerkennung traten wir nach der Kaffeetafel zufrieden die Rückfahrt nach Dinklage an.
Text und Fotos: Hans Hoymann vom Heimatverein Dinklage

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